Příloha k těsnopisecké zprávě

o 119. schůzi senátu Národního shromáždění republiky Československé

v Praze ve středu dne 18. května 1938.

1. Řeč sen. Liehma:

Hoher Senat! Um die möglichen Wirkungen der in Rede stehenden Vorlage leichter überblicken zu können, möchte ich einige Feststellungen und Angaben vorausstellen. Unsere durchschnittlichen Zahlungsmittel, welche innerhalb der Bevölkerung im Umlauf sind, betragen etwa 8 Milliarden Kč. Unter Zahlungsmittel versteht man bekanntlich die Summe des Banknotenumlaufes, vermehrt um den Kleingeldumlauf. Bisher verstand man unter Kleingeld unsere 10- und 20 Kč-Noten und das Metallgeld. Ende März 1938 hatten wir einen Banknotenumlauf von rund 7 Milliarden Kč und einen Kleingeldumlauf in Münzen und Papier von rund 1 Milliarde Kč, zusammen also 8 Milliarden Kč.

Nach der Vorlage soll nun der Banknotenumlauf um den Betrag von 544 Millionen Kč, welchen die 50 Kč-Noten ausmachen, herabgemindeit werden, dafür aber der Kleingeldumlauf um diese 544 Millionen Kč erhöht werden. Der Zahlungsmittelumlauf würde also in seiner Höhe nicht verändert. Nun bestimmt aber § 13 der Vorlage, daß in Hinkunft der Umlauf an Kleingeld bis zu 160 Kc auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, ausgegeben werden kann. Während der Kleingeldumlauf bisher auf ein Maximum von 1.200 Milionen Kč festgesetzt war, kann er sich in Hinkunft auf 2.4 Milliarden Kč erhöhen. Während für den Banknotenumlauf eine Golddeckung vorgesehen ist, ist für das Kleingeld keine Deckung notwendig. Durch die Verringerung des Banknotenumlaufes um die erwähnten 544 Millionen Kč wird die Deckung 41,5 % betragen. Nimmt man den Banknotenumlauf vom 23. April 1938 von 6.418 Millionen Kč als Grundlage, so kommen wir auf eine Deckung von 45,1 % - eine vollkommen unberechtigt hohe Deckung.

Vom Standpunkte der Wirtschaft aus gesehen ist diese Ängstlichkeit der Nationalbank nicht gut zu heißen, es wäre vielmehr eine günstige Beeinflussung der Wirtschaft durch die Erweiterung des Zahlungsmittelumlaufes aus dem Titel der verbesserten Golddeckung und der dadurch entstehenden Kreditausweitungsmöglichkeit mit kaufkraftund preisanregender Wirkung herbeizuführen.

Man möchte doch einmal von den Halbheiten abkommen und aus den bisherigen Fehlern- lernen, Als man im Jahre 1932 die 10- und 20 Kč-Noten als Kleingeld erklärte und ebensolche Münzen prägte, beging man neben anderen Fehlern noch den Hauptfehler, daß man damals den gewonnenen Vorteil lediglich zur Verschönerung des ausgewiesenen Deckungsverhältnisses benützte und die umlaufenden Zahlungsmittel nicht vermehrte. Die Folge davon war, daß die Tendenz der Auflösung von Verrechnungsgeld, der Rückgang der Spareinlagen bei den Kreditinstituten weiter anhielt, weil des Geldmarkt auf diese Weise keine Entlastung durch Vermehrung der Umlaufsmittel erhielt.

Durch die Umwandlung der 50 Kč-Noten im Kleingeld entsteht ein Münzgewinn zugunsten des Staates, der zur Tilgung kurzfristiger Staatsschulden verwendet werden soll. Damit nun nicht derselbe Fehler begangen wird, wie im Jahre 1932, hätte der Staat mit Hilfe des Münzgewinnes eine beschleunigte Bezahlung fälliger Lieferantenrechnungen vorzunehmen, nicht aber Schulden an die Nationalbank abzudecken. Auf diese Weise würde sich die angestrebte Verflüssigung des Geldmarktes ergeben.

Worin besteht nun das Geschäft, das der Staat macht? Das Silberbergwerk in Příbram rentiert sich nicht, weil bei den jetzigen niedrigen Silberpreisen der Wert des gewonnenen Silbers beträchtlich niedriger ist als die Gestehungskosten. Bei der Gewinnung des für die Ausmünzung notwendigen Silbers rechnet man mit einer vollen Beschäftigung des Silberbergwerkes für 6 bis 7 Jahre. Dieses Bergwerk kann Jährlich 34.500 kg Silber erzeugen, aus welchem Quantum 1.900 Millionen Stück 50 Kč-Münzen hergestellt wer den können. Diese 1,9 Milliarden Münzen haben also einen Nennwert von 95 Millionen Kč bzw. unter Berücksichtigung der 50- und 20 Kč-Münzen einen Wert von 85 Millionen Kč jährlich. Die Herstellung von 50 Stück 50 Kč-Münzen kostet 400 Kč. Der Wert von 50 Stück Kč-Münzen à 50 Kč beträgt 2.500 Kč, bleibt also bei 50 Stück ein Gewinn von 2.100 Kč; bei einem Stück 42 Kč, bei 1,9 Milliarden Stück rund 80 Millionen Kč jährlich.

Und nun noch einige technische Bemerkungen: Man kann sagen, was man will und die Münzen anderer Länder vorlegen, wie es gestern im Budgetausschuß geschehen ist, es wird doch so sein, daß niemand gerne diese neuen 50 Kč-Dinger wird in der Tasche herumschleppen wollen. Da möchte man sich ja förmlich die alten ledernen Geldkatzen von Urgroßvaters Zeiten her wieder zum Umschnallen hervorsuchen und in Verwendun nehmen. Und dann noch etwas: Man hat bisher schon das Gefrette gehabt mit dem Verwechseln von 20 Kč- und 10 Kč-Stücken, wenn man nicht immer das Augenglas auf setzen konnte und auf das bloße Fühlen angewiesen war. Wie oft ist es einem da passiert, daß man bei dem kleinen Unterschied zwischen 20- und, 10 Kč-Stücken das größere für das kleinere Geldstück ausgab, nur mit dem Unterschied, daß man immer der Geber des größeren Geldstückes ist und niemals der Nehmer. Jetzt kommt noch eine neue Sorte Münzgeld zu 50 Kč dazu, damit der Schaden gleich ordentlich dafür steht.

Die Vorlage ist ganz deutlich ein Zeichen des verzweifelten Suchens nach irgendwie noch möglichen Einnahinsquellen und zeigt in ihrer Isoliertheit und Plötzlichkeit ein systemloses Hasten. Die Wirtschaft und insbesondere die sudetendeutsche Wirtschaft, geht bei diesem unvorhergesehenen Geschäft, das der Fiskus macht, vollkommen leer aus.

Die Begründung zu dieser Vorlage ist nicht stichhältig, die Nationalbank selbst hat ge nügende Geldflüssigkeit festgestellt und ein Kleingeldmangel liegt erst recht nicht vor, wie sich jeder im täglichen Leben überzeugen kann. Eine Vorsorge für den Fall einer aus reichenden wirtschaftlichen Belebung und des damit angeblich erfahrungsmäßig im Zusammenhang stehenden, dann eintretenden erhöhten Bedarfes an Zahlungsmitteln erscheint wirklich nicht berechtigt, denn eine wirkliche Belebung des wirtschaftlichen Lebens ist bisher nicht festzustellen, insbesondere aber nicht in unseren sudetendeutschen Gebieten.

Durch diese Vorlage werden, wie ich bereits angeführt habe, nur dem Staat allein Geldmittel zugeführt, statt daß auch für die Wirtschaft Geld beschafft würde; eine gewisse Belebung der Wirtschaft ist durchaus nur im čechischen Gebiete festzustellen und die gegenüber dem Vorjahre ausgewiesene günstigere Ziffer der Arbeitslosigkeit fällt auch nur auf die eine Seite, während ganz große Wirtschaftsgebiete und Gruppen gegenüber dem Vorjahre einen ganz großen und empfindlichen Rückschlag nachweisen können.

Auf der einen Seite sind eben durch die Befestigungsarbeiten und die Aufrüstung eine Menge Menschen beschäftigt. Die Voraussetzung aber für die angeblich durch die Vorlage bezweckte Erweiterung der laufenden Zahlungsmittel wäre eine wirkliche, be reits eingetretene allgemeine Belebung des wirtschaftlichen Lebens im ganzen Staatsgebiete, also auch im sudetendeutschen Raume. Dies ist jedoch durchaus nicht der Fall. Die Herren oben sehen immer nur die Verhältnisse in Prag und der Umgebung, aber nicht draußen am Lande. In Prag wird viel gebaut, ja, aber bei uns draußen kann niemand bauen, weil niemand mehr etwas besitzt. Es ergeben sich folgende Widersprüche, um nur einiges aufzuzeigen: Die Nationalbank stellt fest, der Holzabsatz sei entsprechend. Zugegeben, aber nur im čechischen Gebiet, weil durch die dort erhöhte Baubewegung bedingt. Im deutschen Gebiete nichts! Der Holzexport steht, dies trifft wieder nur deutsche Gebiete, weil dort der Wald vor wiegend ist. Tausende Leute längs der ganzen Grenze sind dadurch arbeitslos. Die Beschäftigung der Steinbrüche soll gut sein, Konjunktur in Zement soll vorhanden sein; zugegeben, aber nur dort, wo gebaut wird, bei uns nicht! Leder, Schuhe sollen gut gehen: Bei uns gibt es keine Massenschuherzeugung, dagegen Lederhandschuherzeugung. Der Lederhandschuhexport im Erzgebirge steht. Braunkohle, welche hauptsächlich in unserem Gebiete vorkommt, stagniert. Kaolin kommt hauptsächlich bei uns vor, Niedergang wird festgestellt. In der Gablonzer Glas-Industrie, in Porzellan - überall herrscht eine schlechte Situation. Unsere Textilindustrie befindet sich in einer geradezu unhaltbaren Situation.

Unsere deutsche Bevölkerung steht durchwegs unter- dem Eindruck, daß in unserem Gebiete von einer Wirtschaftsbelebung keine Spur ist und die wirtschaftliche Situation durchaus ungünstig ist.

Wir geben unsere Zustimmung zu dieser Vorlage nicht. (Potlesk senátorů strany sudetskoněmecké.)

2. Řeč sen. Füssyho:

Tisztelt Szenátus! A régi történeti múltban, amikor az adót az ablakok és ajtók száma szerint fizették és nemcsak arannyal s ezüsttel, hanem nyestbőrökkel és egyéb értékes természetbeni adományokkal, már akkor ismerték a pénzcsinálás azon egyszerű módját, hogy az uralkodó bevonta a szép arany tallérokat, azokat beolvasztotta, rezet kevert az olvadt aranyba és 20 százalékkal több tallért vert az anyagból. Ha ezt a műveletet kétszer háromszor megismételte, úgy a szép arany tallérokból rezespitykék lettek. És az ilyen módon elért nyereséget, a királyi kamara nyereségének mondották.

A most tárgyalt úgynevezett aprópénz-javaslat is ilyen egyszerű pénzcsinálási módszert leplez. Mert hiszen ma aranytallérok egyáltalán nincsenek forgalomban, ellenben a papírpénznek úgynevezett aranyfedezete van. Az aranyat pincékben őrzik, rajta ülnek a hétfejü sárkányok. Aki akarja, hiszi, aki nem hiszi el, járjon utána. Az aranyfedezettel bíró papírpénzen kívül van azután úgynevezett váltópénz, vagy ha úgy tetszik, aprópénz. Ezt ércből készítik és ez annyiban különbözik a papírpénztől, hogy az aprópénznek nem kell aranyfedezet. Vagyis az aprópénzt a Nemzet" Bank nem váltja be, mert nem is köteles be váltani aranyra.

1928-ban a törvény ilyen aranyfedezet nélküli aprópénzből 600 milliónyi értékü pénzt engedélyezett. De rövidesen kitünt, hogy nincs elég aprópénz és néhány év múlva a törvényhozás 1200 milliónyi aprópénzt engedélyezett. Most ujabb 540 millióval emeli a tár-. gyalt törvényjavaslat az aprópénz mennyiségét 1750 millióra.

Ha meggondoljuk, hogy az ujabb 540 milliónyi aprópénz nyersanyaga és veretése körülbelül 40 millióba fog kerülni, úgy azt látjuk, hogy a kormány itt máról holnapra [ ] 500 millió Kč-t teremt, hoz létre, ami kétségtelenül nagyobb teljesítmény, mint a középkori uralkodók tallérolvasztása, amelynél az arany ugyan egyre rosszabb lett, de mégis csak megmaradt aranynak. A csehszlovák kormány a semmiből teremt pénzt, félmiliárd értéküt, állítólag azért, mert hogy a Nemzeti Bank és a nagyobb üzemek amiatt panasz.. kodnak, hogy kevés az aprópénz.

Ez az indokolás mindenesetre ujdonság. Mert én eddig csak azt tudtam, hogy a szegény népnek a vidéken nincs se apró, se nagy pénze, de hogy a Nemzeti Bank is aprópénz - szükséget érezne, ez ujdonság. Annál is inkább, mert a Nemzeti Bank havi jelentései ilyen panaszt sohasem hoztak fel. Marad te hát igazi oknak az, hogy a kormány [ ] akar félmilliárdnyi pénzhez jutni. [ ]. Nem volt elég az állmpapirok kötelező felvásárlása sem, [ ].

A javaslat tisztára pénzügyi - fiskálistermészetü - javaslat. Félmilliárdnyi pénzt teremt [ ] és nem intézkedik annak felhasználásáról az állami költségvetés keretében. A kormány a javaslat indokolásában ama reményének ad kifejezést, hogy a gazdasági élet várt föllendülésében az aprópénzhiány fokozottabb mértékben fog mutatkozni. Uraim, hol a gazdasági konjunktura föllendülése? Hiszen állítólag volt már némi föllendülés, de a mi magyarlakta vidékeinken mindeniitt csak a nyomor látogat a tanyákra és sehol nem látjuk a jobb munkalehetőséget, a gazdánál a jobb értékesítési lehetőséget, az iparosnál a megrendelést. Végzetes hiba, hogy a kormánykörök az állam gazdasági helyzetét mindig a prágai építkezési mozgalom, a prágai és csehországi zagyipari üzemek szerint itélik meg, és bizony nem veszik figyelembe az elemi károkkal, aszályokkal, áradásokkal, fagyokkal sujtott mezőgazdasági vidékeket. Nem röstellem bevallani, hogy már' évtized óta mindig hangoztatom, hogy a gazdasági életet csak úgy lehetne föllendíteni, ha a kormány gondoskodnék arról, hogy több pénz jöjjön a nép közé. Kormánypolitikusok is erre gondolnak, amikor szabad pénzpiaci műveletekről beszélnek. De a kormány hivatalos szónokai mindig megzendültek még csak a gondolat hallatára is, hogy hát ez infláció volna. Pedig az infláció egy frázis. És most a kormány [ ] már 1750 milliónyi aprópénz lesz forgalomban, melynek semmi aranyfedezete nincs. De ennek [ ] a hasznát a kormány vágja zsebre és nem könnyü kitalálni, hogy mily célokra. Most már az lesz a helyzet, hogy a forgalomban levő pénz teljes egy harmadának nincs semmi aranyfedezete s a megmaradó két harmadnak olyan magas lesz az aranyfedezete, hogy mindenki mosolyogni fog rajta.

A törvényjavaslat végső eredménye az lesz, hogy papirpénz helyett több fedezetlen ércpénz lesz forgalomban, a papirpénzt a Nemzeti Bank kivonja a forgalomból s így végeredményben megint csak oda jutunk, hogy a közgazdasági életnek még kevesebb forgó tőkéje lesz, vagyis még nehezebben fog lélekzethez jutni. Vagyis az aprópénz-javaslat [ ] a kormány javára, az állampénztár javára. Vagyis ez a javaslat is - ha majd törvényerőre emelkedik - megint csak megszorítja a magángazdálkodást, melynek pedig megszorítás helyett inkább könnyítés kellene.

És amikor a kormány az ágyu és puskagyártás céljaira már ilyen középkori eszközökhöz nyúl pénzcsinálás végett, még mindig nem találta meg a módját annak, hogy az eladósodott gazdákon segítsen. Még mindig semmi hírt se hallunk a mezőgazdaság tehermentesítéséről. A földművelésügyi miniszter úr néhány hét előtt beszélt e kérdésről és elégedetlenségének adott kifejezést. Hogy ünnepeljen az eladósodott magyar gazda a jubileumi évben, amikor adóba, meg évek előtt vásárolt gyári áruk és betegpénztárak viszik az ingóságait árverésre, de hovatova a ház és a talaj is megmozdul a lába alatt. És egyre több és több esetben. A mai gazdakiegyezési eljárás sok, nagyon sok szomoruságnak és bajnak a kútforrása. Ha a gazda egyezséget kért s a hitelezőkkel nem tud megegyezni, úgy a sikertelen eljárás után a hitelezők nekiesnek és nem ismernek irgalmat.

A nagy gazdasági bajokon nem segít a kormány azzal, hogy most félmilliárd értékü ujabb aprópénzt veret. Mert abból nagyon kevés ágyut lehet csináltatni. De kérdem miért nem lát a kormány végre már alapos munkaprogram összeállításához? Miért nem kezd nagy utakat építeni? Miért nem csapolja le a kárpátaljai mocsarakat, ahol uj "búzagyárak" volnának létesíthetők? Miért nem csinálható ez meg nálunk? Hiszen Csehszloyákia olyan jóbaráti kapcsolatokba lépett most Olaszországgal. Kiküldhetne talán szakértőket, miként csinálták ott a mocsarak helyén az uj városokat. De nálunk nagyszabásu gazdasági programok keresztülvitele helyett aprópénzt gyártanak, hogy legyenek fillérek a munkanélkülieknek, de nagyszabásu alkotó munkaprogram nálunk nincs.

Ezért az ilyen suta, félszeg gazdasági intézkedést jelentő javaslatot nem fogadhatom el.

3. Řeč sen. H. Müllera:

Hoher Senat! Namens des Klubs der deutschen Sozialdemokraten gebe ich zu der in Behandlung stehenden Vorlage, folgende Erklärung ab:

Seit mehr als 8 Jahren, insbesondere aber seitdem unsere Republik den Gefahren eines Angriffs von außen ausgesetzt ist, haben wir alles bewilligt, was zur Verteidigung der Republik gefordert wurde. Dieser unser Standpunkt bleibt unverändert, was immer auch kommen mag. In der Verteidigung des Staates, seiner Grenzen und seiner republikanischdemokratischen Grundlage werden die von uns vertretenen deutschen Arbeiter immer kampfbereit in erster Linie stehen. Wenn wir trotzdem schweren Herzens der in Beratung stehenden Vorlage unsere Zustimmung versagen müssen, so geschieht dies nach reiflicher Überlegung und aus zwingenden Gründen.

Vor allem bestehen für diese Vorlage sachliche Gründe nicht in dem geforderten Maße. Die Vorlage widerspricht aber auch der wiederholt in feierlicher Weise gemachten Zusage der Einhaltung der nationalen Proportionalität im öffentlichen Dienste, sie gibt keine hinreichenden Garantien gegen eine, die nationalen Minderheiten benachteiligende Durchführung.

Wir müssen aber auch feststellen, daß die Vorgänge im Grenzgebiete geeignet sind, unser Vertrauen zu der Regierung und insbesondere zur Exekutive zu erschüttern. Die Regierung findet keine Mittel gegen den unerhörten Terror, der von der sudetendeutschen, nunmehr ausdrücklich als nationalsozialistisch bezeichneten Partei in noch nie dagewesener Weise verübt wird. Die demokratisch-republikanischen Bewohner unseres Grenzgebietes werden schutzlos diesem Terror, preisgegeben. Unsere Vorwürfe richten sich nicht gegen die lokalen Behörden, die vielfach guten Willens sind, sondern gegen die zentralen Behörden, die der völlig, irrigen Auffassung sind, durch ein Verhalten, das mit dem Worte "Toleranz" sehr mild und unzureichend gekennzeichnet ist, dem hochverräterischen Treiben der vom Auslande dirigierten sudetendeutschen Partei Einhalt zu tun. Das ist nicht nur unsere Meinung, sondern auch die der čechischen Bewohner im Grenzgebiet und sehr großer Teile der čechischen Bevölkerung im Innern des Landes.

Indem wir dieser unserer Ansicht Ausdruck geben, knüpfen wir daran die Warnung an die Regierung, auf dem betretenen Wege weiterzugehen. Er führt in den Abgrund!

Aus den angeführten Gründen werden wir uns an der Weiterberatung der Vorlage sowie an der Abstimmung nicht beteiligen. (Potlesk senátorů německé sociálně-demokratické strany dělnické.)

4. Řeč sen. Reila:

Hoher Senat! Die vorliegende Novelle zum Gesetz vom 8. April 1927 über die Einstellung der längerdienenden Unteroffiziere hätte unter normalen Verhältnissen wohl ihre volle Berechtigung. Wir geben gerne zu, daß die Armee gut geschulte und gut ausgebildete Unteroffiziere braucht und daß den längerdienenden Unteroffizieren, wenn sie durch 10 Jahre Militärdienst geleistet haben, ihre wei tere Existenz gesichert werden muß, weil sie inzwischen zu ihrem Beruf, den sie vor der Militärdienstzeit erlernten, wohl vielfach untauglich geworden sind. Es ist daher auch berechtigt, wenn § 2 des alten Gesetzes durch die Novelle dahin abgeändert wurde, daß er nunmehr lautet: "Jeder längerdienende Unteroffizier, der den Bestimmungen dieses Gesetzes entspricht, wird, falls er darum ansucht, in den im weiteren Absatz 2 angeführten Diensten angestellt." Es ist somit jedem Längerdienenden möglich, eine entsprechende Anstellung zu finden. Naturgemäß wird dadurch notwendig, daß, wie im § 4 festgelegt wird, die Dienstposten für die Längerdienenden eine Vermehrung finden.

Mit den Anforderungen der Militärverwaltung wird es zusammenhängen, wenn im § 6 die Dienstzeit für die Längerdienenden von 8 auf 10 Jahre hinaufgesetzt und analog die verkürzte Zeit von 5 auf 6 Jahre erhöt wird.

Der Inhalt der Novelle interessiert uns Deutsche weniger bezüglich seiner Paragraphen, vielmehr haben wir bezüglich dieses Gesetzes die ernstesten Beschwerden. Im Jahre 1927 wurde das Gesetz mit der Motivierung verlangt, daß mit Rücksicht auf die Herabsetzung der Militärdienstzeit ein größerer Stand von Unteroffizieren zur rascheren Ausbildung der Soldaten erforderlich ist. Es wurde damals, weil die Militärverwaltung erklärte, daß der genügende Stand von Unteroffizieren nicht vorhanden sei, die Dienstzeit, die schon herabgesetzt werden sollte, noch für zwei Jahre mit 18 Monaten belassen. Dann wurde die 14monatige Dienstzeit eingeführt, sogar bis auf 12 Monate sollte heruntergegangen werden. Wir sind aber heute von der 14monatigen auf die zweijährige Dienstzeit trotz dem Unteroffiziersgesetz gekommen, und man spielt mit dem Gedanken, die dreijährige Dienstzeit einzuführen.

Was uns gegen das Gesetz stellt, ist der Umstand, daß die Söhne des deutschen Vol kes wohl Militärdienst zu leisten haben, daß sie aber bei der Beförderung meistens übergangen werden, u. zw. auch dann, wenn unsere deutschen Soldaten die čechische Kommandosprache vollständig beherrschen. Dieses Übergehen der deutschen Soldaten bei den Beförderungen hat dazu geführt, daß wir nur etwa 5 % deutscher längerdienender Unteroffiziere haben statt rund 23 %, die wir nach dem nationalen Schlüssel haben müßten. Wenn nun nach der vorliegenden Novelle jeder längerdienende. Unteroffizier das Recht auf eine Anstellung hat und von diesen Längerdienenden nur 5 % Angehörige des deutschen Volkes sind, so ist dies eine furchtbare Schmälerung des deutschen Arbeitsplatzes und eine Schädigung unserer deutschen Volksgruppe. Über diese Tatsache kann uns auch der zweite Absatz der Resolution, die im Abgeordnetenhause beschlossen wurde, nicht hinwegtäuschen, der von einem nationalen Proporz spricht, auch wenn diese Resolution gestern vom Wehrausschuß des Senates ebenfalls genehmigt wurde.

In diesem Zusammenhange möchte ich aber auf einige Vorfälle verweisen, die sich in der letzten Zeit im Adlergebirge und Trautenau ereignet haben.

Ich habe hier die Abschrift der Anzeige, die von dem Besitzer und dem Gastwirt (dem Pächter) des Gasthauses "Nordpol" in Oberdorf bei Rokitnitz im Adlergebirge an das Militärkommando in Rokitnitz erstattet wurde. Nach dieser Anzeige kamen am 16, April 1. J., am Karsamstag, die von der Auferstehungsfeier heimkehrenden Feuerwehrmänner in das genannte Gasthaus. Bald darauf kamen ungefähr 25 Soldaten in das Schankzimmer und begannen sofort ohne Rücksicht auf die anderen Gäste čechisch zu singen, u. zw. ohne Unterlaß. Es war dies um 1/211 Uhr nacht. Der Gastwirt ersuchte die Soldaten vergebens, nicht gar so laut zu singen, weil die Gäste deswegen das Lokal verlassen. Die meisten Feuerwehrleute saßen schon in der Küche, als die Soldaten im Schankzimmer einen Feuerwehrmann umringten. Als der Gasthausbesitzer nach der Ursache fragte, wurde er von dem anwesenden Zugsführer mit den Worten angeschrien: "Reden Sie čechisch, das ist unsere Republik, das ist die čechische Republik!" Ohne jeden Grund rief der Zugsführer die Bereitschaft herbei und gab Befehl, das Gastzimmer und die Küche zu räumen, trotzdem sich die Feuerwehrmänner ganz ruhig verhielten. Der Besitzer des Gasthauses gab die Räumung nicht zu und verlangte den diensthabenden Offizier. Er wollte ihn sogar selbst holen. Daran wurde er aber gehindert und es wurde erklärt, daß schon ein Soldat nach dem Offizier gegangen sei: Die Gäste wurden von der Bereitschaft mit angesetztem Bajonett in die Küche gedrängt, wobei ein Gast von einem Soldaten rücklings über einen Stuhl gestoßen wurde, so daß der Gast zu Fall kam. Die Eingänge der Küche wurden besetzt und das ganze Haus umstellt. Die Gäste verharrten ruhig in dieser unangenehmen Lage bis 1 Uhr nacht. Da weder ein Offizier noch ein Gendarm kam, wurden endlich die Gäste freigelassen.

Wenige Tage später kamen an einem Sonntag einige Arbeiter in das Gasthaus der Marie Rose in Ritschka im Adlergebirge, die von den im Gasthaus anwesenden Soldaten aufgefordert wurden, das Lokal sofort wieder zu verlassen, weil Deutsche hier nichts zu suchen hätten. Die Arbeiter erklärten, daß sie nur ein Bier trinken wollen. Darauf besetzten die Soldaten alle Tische. Der anwesende Zugsführer erklärte: "Ich nehme die Uhr heraus und wenn Ihr innerhalb 10 Minuten den Raum nicht verlassen habt, werden wir Euch hinauswerfen." Da die deutschen Arbeiter in der Minderheit waren, verließen sie das Lokal, wobei ihnen ein Bierglas nachgeworfen wurde. Die Arbeiter begaben sich in das Gasthaus Siebenreicher. Bald kamen ihnen die Soldaten in das andere Gasthaus nach und beschimpften die Deutschen. Besonders taten sich dabei der Militärkoch und ein Offiziersdiener hervor. Als ein Arbeiter hinausgehen mußte, bekam es von einem Soldaten einen Faustschlag ins Gesicht. Die Arbeiter wollten ihrem Kollegen helfen. Die Soldaten hatten inzwischen ihre Gewehre und Bajonette geholt, mit denen sie die Arbeiter bedrohten. Mehrere wurden durch Kolbenschläge und Hiebe mit den Bajonetten verletzt. Die Arbeiter gingen heim und die Soldaten verließen ebenfalls das Gasthaus gegen 12 Uhr nacht. Noch in der Nacht aber wurden die Arbeiter aus den Wohnungen zu einer Einvernahme von den Soldaten geholt. Als einer die Haustüre nicht öffnete, wurde diese einfach erbrochen.

In den Tagen vom 9. bis 13. Mai nahmen sich die Soldaten der Garnison Trautenau heraus, Personen anzuhalten, die Abzeichen der Sudetendeutschen Partei trugen, mit "Heil" oder mit erhobener Hand einander grüßten. Dabei wurden diese Personen von den Soldaten beschimpft, vielfach geschlagen und mißhandelt. Am 9. Mai wurde der in Trautenau wohnende Fritz Köhler in der Nacht um 1 Uhr 15 Minuten am Heimweg von 2 Soldaten geschlagen und zu Boden geworfen. Als Köhler um Hilfe rief, liefen die Soldaten davon. Am 11. Mai wurden die beiden Brüder Franz und Otto Mertlik, die SdPAbzeichen trugen, im Trautenauer Stadtpark von etwa 20 Soldaten umringt. Es wurden ihnen die SdP-Abzeichen herabgerissen und sie selbst von Soldaten von rückwärts auf den Kopf geschlagen. Die vereinzelten Heldentaten an den vorhergehenden Tagen scheinen auf die Soldaten sich ausgewirkt zu haben, denn vom 12. Mai gingen sie zum Großangriff über. Darüber gibt der Trautenauer Beamte Walter Hackl Folgendes zu Protokoll: "Auf einem abendlichen Spaziergang durch den Stadtpark kam ich am 12. Mai 1. J. etwa nach 20 Uhr auf den Knebelsberg. Vorher hörte ich vom Spielplatze her den Gesang einer deutschen Jugendgruppe. Es fiel mir auf, daß auf dem Wege vom Löns-Denkmale herauf Soldaten im Laufschritt auf die Höhe eilten, wo sich bei meiner Ankunft etwa 30 bis 50 Soldaten befanden, die - sich auf die deutschen Jungen stürzten und sie teils auf den Feldern und teils durch den Wald den Abhang hinunterjagten. Aus einer Entfernung von etwa 20 m sah ich, wie einer der verfolgten Burschen stürzte und in diesem Augenblicke von einem Soldaten einen Fußtritt erhielt. Soweit ich die Lage übersehen konnte, handelte es sich hier um einen feigen und anscheinend vorbereiteten Überfall einer Übermacht von Soldaten gegen die deutsche Jugendgruppe. Trotz der begreiflichen Erregung, die sich wegen dieser unerhörten Vorfälle meiner bemächtigt hatte, ging ich ruhig weiter am Roten Kreuz vorbei bis unterhalb der Villa Rosa Bayer "Am Hang".