Pøíloha

k tìsnopisecké zprávì o 10. schùzi senátu Národního shromá¾dìní republiky Èeskoslovenské

v Praze ve støedu dne 10. bøezna 1926.

1. Øeè sen. Jokla:

Hohes Haus! Gestatten Sie mir, däß ich, ehe ich in die meritorische Verhandlung eingehe, eine Verpflichtung erfülle, wobei ich mich eines Sinnes weiss mit allen Anwesenden, die die Würde der Volksvertreter gewaht sehen wollen, Wir müssen die geschmacklosen provokatorischen Ausfälle des Herrn Minnsters für Nationalverteidigung mist Energie zurückweisen. (Souhlas na levici. ) Wir bedauern unendlich, däß der Präsident des Hauses nicht energischere Worte zur Fesststellung der Ungehörigkeit, die in der Ausdrucksweise des Herrn Ministers für nationale Verteidigung gelegen ist, gefunden hat.

Místopøedseda Donát (zvoní): Prosím pana øeèníka, aby nepolemisoval s panem pøedsedou.

Sen. Jokl (pokraèuje): Wenn der Herr Minister für nationale Verteidfigung der Meinung ist, daß für die Senatoren der "Pendrek" paßt, dann sind wir der Meinung, daß für ihn ein Rohrstaber paßt. (Výkøiky nìmeckých a komunistických senátorù. )

Meine Herrenn Es ist nicht der erste Unglücksfall, der sich innerhalb unserer Militärorganistion im Laufe derletzten Jahre ereignet hat. Es hat schon Unglücksfälle gegeben, wo ebenfalls Menschenleben das Opfer waren. Wenn aber gerade der letzte Unglücksfall, die Explosionskatastrophe in Prag, die Gemüter so aufgepeitscht hat, so deshalb, weil endlich auch die èechisehe Bevölkerung vor Augen gefühnrt bekommen hat, daß der Militaristmus kein Paradestück, sondern ein Zerstörer von Kultur und Menschenleben ist und es wurde der Bevölkerung im Herzen dieser Stadt zum Bewußtssein gebracht, daß auf sie hier Gefahren lauern, daß Menschen, die sich ihrer Verpflichtungen nicht bewußt sind, Katastrophen auf Katastrophen herbeiführen können, Seit dem Jahre 1919 haben wir jährlich ungefähr 140 Millionen Kè für. die Neuanschaffung von Explosivkörpern; von Pulver, Granaten und Geschossen, ausgegeben. Wir haben seit dem Jahre 1919 untgefähr 1200 Millionen; Kè für diese Zwecke ausgseworfen und, wie die Rechnungsabschlüße beweisen, auch verbraucht. Und da war es in allererster Linie die Explosionskatastrophe, die Fahrlässigkeit, mit der unsere Militärverwaltung auf allen Gebieten vorgeht, wie ich moch nachweisen werde, die Fahrlässigkeit, die sich gerade beim Verkehr mit Explosivstoffen durch die Explosionskatastrophe gezeigt hat, die es uns zur Pflicht machen, am den Herrn Minister für nationale Verfieidigung die Frage zu stellen: Wo sind diese ungeheueren Massen von Explosivstoffen angehäuft. die um diese Beträge angeschafft wurden, wo lagern sie? Lagern sie vielLeicht in der Nähe von Städten und Orten, die eines schönen Tages der furchtarsten Katastrophe ausgeliefert werden können, die tagtäglich in Gefahr sind, vom Erdboden wegrasiert zu wenden? Wir haben in der Vergangenheit derartige Katastrophen schon gehabt, (Výkøiky na levici: Der Minister hört ja gar nicht zu!) Ich werde dem Herrn Minister von Bärenjagden in Karpathorußland erzählen, das wird ihn wahrscheinlich mehr interessieren! Schon diese ungeheuere Masse von Explosionsstoffen, die ununterbrochen nachgeschafft werden, lassen es den Herren angezeigt erscheinen, immer einen Teil davon zu verbrauchen, Ich habe es schon im Wehnausschuß des Abgeordnetenhauses wiederholt nachgewiesen geleentlich ähnlicher Unfälle, daß Übungen, die mittels scharfer Muntion dürchgeführt werden, selbst für den Ernstfall, wenn ich mich auf den: Boden der Argumentation der Herren vom Militär stellen will, ganz zwecklos sind. Erinnern Sie sich an den Weltkrieg. Da sind Ersatzreserve-Artilleriezüge an die Front gegangen, ohne daß im Hinterland auch nur ein Schuß abgegeben worden wäre. Heute, bei der hochentwickelten Technik, kann man mittels mathematischer Formeln ganz genau herechnen, wo daß Geschoß einschlagen wird. Die Scharfschießübungen bei der Artillerie sind ganz zwecklos, schon deshalb, weil sie weit gefährlicher sind, als die Übungen im Handgranatenwerfen. Die Übungen im Handgranatenwerfen sind ein aufgelegtes Spiel mit Menschenleben, denn gefährdet in aller erster Linie ist der Soldat, aber die jüngste Vergangenheit beweist schon in diesem Staate, daß noch mehr ader ebenso stark gefährdet die Zivilpersonen sind. Es ist kein Zweifel, und auf dasselbe Kanto ist eine Reihe von Unfällen zu setzen, wo Zivilpersonen auf Übungsplätzen das Opfer von Blindgängern geworden sind. Und auch hier war es immer eine vis major, die Militärverwaltung hat ihre Hände in Unschuld gewaschen: "Da kann man halt nichts machen, das ist einmal schon so. "Es waren solche Unfälle in Freiwaldau, in Nawsy und in Freudental, und alle diese Unfälle haben die Militärverwaltung nicht dazu bewegen können, mit efwas mehr Vorsicht auf diesem Gebiete zu operieren.

Ich glaube, es hat schon einer der Vorredner die Frage aufseworfen, was die Handgranaten eigentlich in den Kasernen zu suchen haben, Tatsache ist, daß nicht einmal sch arfe Gewehmunition in den Kasernen zu sein hat. Wenigstens im alten Österreich war das so das entspricht auch den. Dienstbüchern, die noch heute in, diesem Staate gelten; vor jedem Scharfschiessen wurde die Munition von den Munitionsdepots erst auf die Stelle befördert, wo das Scharfschießen stattfinden sollte, Aber davon wollen wir gar nicht reden, Die Sache hat eie gnoße politische Seite, und diese ist es, die in Betracht gezogen werden muß, um das Vorgehen der Militärverwaltung, unserer ganzen Heeresorganisation, ins richtige Licht. zu stellen, Wir haben eine doppelte Buchführung auf unserer Regierungsbank. Der Herr Minister des Äußern arbeitet im Frieden und Sie können sich noch erinnern, in welch beredten Worten vor wenigen Monaten der Vertrag von Locarno mit Deutschland als ein Erfolg des Herrn Ministers des Äußern hingestellt worden ist. Da wurde uns gesagt - und dem Buchstaben nach stimmt es ja - daß nunmehr alle Streitigkeiten so ziemlich aus der Welt geschafft s ind und daß ein Übereinkommen getroffen worden ist, wonach sogar die Möglichkeit ausgeschaltet ist, daß es überhaupt zu einem bewaffneten Züsammenstoß zwischen Deutschland und Èechoslovakei kommt. Auf der einen Seite wind der Friede gebucht und wid für den Friedjen gearbeitet, auf der anderen Seite aber arbeifet der Parteigenosse des Herrn Ministers des Äußern ununterbrochen in Rüstungen und er hat das Lied gesungen daß er wahrscheinlich im alten österreichischen Parlament den alten Generälen abgelauscht hat, daß die beste Vertieidigung des Staates die Rüsfung im Frieden sei.

Meine Herren, der Herr Minister für nationale Verteidgung und alle seie Beräter sind sehr schlechte Soldaten und wenn man prüfen würde, ab sie wirklich ihre Aufgabe erfaßt haben, Einrichtungen zur Verteidigung des Staates in einem Ernstfalle zü treffen, sa müßte man ihnen die Note "Fünf" geben. Denn wenn man ernstlich in der Zeit des Giftgaskrieges, einer Kriegsmethode, die die ganze Kriegsführung und den garnzen Massenmord auf eine andere Organisationsbasis gestellt hat, mit Handgranaten kommt, die Fluzeuge etwa mit Handgranaten verscheuchen will, so macht man sich schon mehr als lächerlich. Wenn der Begründer des Dringlichkeitsantrages - gelinde gesagt - die Geschmacklosigkeit gehabt hat, das furchtbare Unglück, das mit dem Tode zweier Menschen endete und viele Hunderte in Lebensgefahr brachte, zu einer Agitationsrede für den Militarismus zu verwenden, so ist das sehr merkwürdig. (Výkøiky na levici.) Wenn die Herren mit dem Grenzschutz operieren, dann möchte ich ihnen nur sagen, sie sollen ein bißchen in der Geschichte ihres eigenen Staates nachblättern. Sie werden sich dann an ganz sonderbare Dinge erinnern, die ihnen eigent1ich sagen müssen, daß die Politik, die sie auf dem Gebiete der Heeresorganisation machten, keine Politik der Erkenntnis ist, Denn die Geschichte dieses Staates lehrt ung ganz deutlich man kann die ganzen Grenzen mit Bajonetten spicken, mit Maschinengewehren und Kanonen belegen/die Gewehre und die Kanonen gehen allein nicht los die müssen abgedrückt werden und ich frageWas haben die Herren in diesem Staate getan um das Proletariat ohne Unterschied der Nation, um die nichtèechoslvakischen Nationen in ein Gefühlsleben zu versetzen, daß sie ihr Leben für die Verteidigung dieses Staates in die Schanze schlagen? Schon ein französischer Staatsmann sagte." Alles kann man mit den Spitzen der Bajonette tun, nur nicht darauf setzen kann man sich.

Meine Herren, die Explosionskatastrophe in Prag ist ein Schulbeispiel dafür, welch frivoles Spiel der Militarismus mit Menschenleben treiben wird, ein. Spiel mit Menschenleben, das im Wesen des heutigen Militarismus begriffen ist. Was spielen zwei Menschenleben für eine Rolle, wenn man jeden Moment bereit ist, ganze Hekatomben von Menschen hinzumorden und hinzuopfern. Aber die Explosionskatastrophe in Prag ist auch ein Schulbeispie1 dafür, daß auf allen Gebieten unserer Heeresorganisation Fahrlässigkeit, Gewissenlosigkeit, Schlamperei vomherrscht. Auf ällen Gebieten unserer Heeresorganisation, Es ist kein Zufall, daß innerhalb kurzer Zeit in der Garnison. Olmütz beim Artillerieregiment und beim Infanterieregiment Nr. 27 hintereinander 8 Fälle von Genickstarre vorgekommen sind, und daß dieser Tage in Pilsen ein Fall von Genickstarre sich ereignet hat dieser furchtbaren Krankheit, die nur auf Unzulärnglichkeit der Unterbringung und auf Mißachtung der Gesundheitspflege der Soldaten zurückzuführen ist Eine Reihe schwerer Korruptionsfälle - aufzurollen behalte ich mir für einen späteren Zeitpunkt vor. Im Laufe der nächsten Tage werden sich 43 Soldaten vor einem Divisionsgericht wegen Meuterei zu verantworten haben, In der Prager Garnison gab es in der Zeit vom 1. bis 20. Jänner nicht weniger als 7. Selbstmorde. Das ist die Folge eines Systems, das getragen ist von einem Kastengeist, von einem Geist der Überhebung über die gewöhnlichen Sterblichen,

Ich habe vorhin von der doppelten Buchhaltung auf der Regierungsbank gesprochen. Diese doppelte Buchführung hat in den jüngsten Tagen eine sehr drastische Illustration bekommen. Herr Dr. Bene¹ als Vertreter unseres Staates hat im Juni 1925 in Genf beim Völkerbund eine Konverntion abgeschlossen über die Einschränkung des privaten Waffenhandels, Die Èechoslovakei ist der Konvention beigetreten und hat eine Reihe von Verpfichtungen übernommen. Die wichtigste davon ist, daß der Waffenhandel überwacht wird, daß festgelegt wird, wo und wer Waffernhandel betreibt und daß er nur möglich ist unter der genauen Kontrolle des Völkerbundrates. Da hat nun der "Sozialdemokrat" in den letzten Tagen eine Reihe von Briefen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß das Ministerium für nationale Verteidigung und das Ministerium des Äußeren Hand in Hand mit den berüchtigsten Waffenschiebern arbeitet und daß dasMinisteritum des Äußern in der benevolentesten Weise diesen Waffenschiebern entgegenkomen, (Hört! Hört!) daß sie bezüglich der Durchfuhr von Explosivkörpern, der Ausfuhr derselben dasweiteste Entgegenkommen beweisen, ja noch mehr, es liegt ein Brief an den. Herrn Beno Spiro in Hamburg, einen der berüchtigsten Waffenschieber von dem hiesigen Vertrauensmann der Firma vor, in welchem es heißt:"Es handelt sich um geheime Patente, welche uns unsere Regierurng nur aus bensonderem Entgegenkommen zur Verfügung stellen würde, " Da tut man so gehemnisvoll mit unserer Ausrüstung und das Ministerium des Äußeren oder vielleicht gar das Ministerium für nationale Verteidigung, das steht nicht fest - ist ohne weiteres bereit, die geheimsten Einrichtungen, die Entfernungsmesser bei der Artillerie einer privaten. Waffenschmuggelfrma auszuliefern, (Sen. dr. Heller: Wer verdient dabei?) Wer verdient, das ist eine Frage, auf die die Antwort wohl sehr interessant wäre, wenn sie zu haben wäre,

Hohes Haus! Der Herr Minister für nationale Vereidigung hat sich hier darauf versteift, daß nur Handgranaten geführt worden sind, die mit Trytol geladen waren. Es ist eigentümlich, daß allgemein behauptet wind u. zw. auch von Fachmän nern, die ebenfatlls den Tatbestand genau geprüft haben, daß es ausgeschlossen ist, daß durch Handgranaten, die mit Trytol gefüllt sind, diese Explosionskatastrophe hätte hervorgerufen werden können.

Auch mein Vorredner Ant. Novák hat auf diese Tatsache ausführlich hingewiesen und ich möchte doch den Herrn Minister für nationale Verteidirgung fragen, ob sich nicht doch Brisanzgranaten anzf dem Wagen, befunden haben, von denen er viel1eicht nichts weiß. Tatsache ist, daß die Janeèekhandgranate, insbesondere d as System 22. das angeblich auch verlade gewesen ist und nicht nur das System 21. äußersrt gefäbrlich ist und schon die geringste Erschütterung die Explosion herbeiführen ka nn. Es ist leider nicht möglich und wird nicht möglich sein, genau festzustelfen, wie sich eigentlich das Unglück ereignet hat, weil diejenigen, die darüber Aufschluß geben könnten, das Opfer der Katastrophe geworden sind. Es haben beide Versionen - so sehr sich auch der Herr Minister für nationale Verteidigung bemüht hat, diese Versionen zu zerpflücken - sehr viel für sich, daß die Möglichkeit der Katastrophe darin zu suchen ist, daß entweder durch das schlehte Pflaster, durch die Erschütterung, die Explosion hervorgerufen worden ist; aber noch mehr hat die Annahme für sich, draß die Explosionskatastrophe dadurch hervorgerufen worden ist, daß eine der Kisten vom Wagen heruntergefallen ist und zur Explosion gelangte. Die Lehre müßte sein, daß Granaten, wenn sie überhaupt transportiert werden sollen, was ich schon Eingangs bestritten habe, so transportiert werden müßten, daß sie unadjustiert transportiert werden, daß Zünder und Geschoß separat gepackt werden. Die Verrnachlässigung, die Schlamperei, die hier vorliegt, ist umsomehr zu verdammen, als ja im Jahre 1921 sich in Wien eine ähnliche Katastrophe ereignet hat. Auch damals wurd ein Wagen mit Gewehrmunition transpor tiert und ging im Prater in den frühen Morgenstunden in die Luft. Unsere Militärverwaltung, von der man annehmen muß, daß sie mit offenen Augen durch die Welt geht, hätte damals diese Katastrophe zum Anlaß nehmen müsseri, um nachzuforschen, ob nicht auch bei uns Zustände vorhanden sind, die eineähnliche Katastrophe ermöglichen. Ich frage den Herrn Minister für nationa1e Verteidigung, ob man dieser Explosionskatastrophe in Wien im Jahre 1921 ganz spurlos varübergegangen ist und warum man nicht die notwendigen Lebren daraus gezogen haf. Der Herr Minister für nationale Verteidigung hat sich in seinem Exposé darüber ausgeschwiegen, welche Vorsichtsmaßregeln befehlsgemäß eingehalten werden müssen, wenn Munition zum Transport gelangt. Es ist nicht richtig, daß keine Vorschriften bestehen. Wir haben eine ganze Menge Vorschriften aus dem alten Österreich, in denen ganz genau festgesetzt ist, wie und unrter welchen Umständen Explosivkörper zu verladen und zu transportieren sind. Aber darüber hinaus; Wir haben Militärdienstbücher - sie stammen freilich aus dem Jahre 1905 welche die Transporte von Munition und Explosivstoffen regeln, Wartum sind die Vorschriften, die in diesen Dienstbüchern festgesetzt sind, nicht eingeh alten worden? Es ist geradezu ein läppische Ausrede, wenn man sagt, daß diese Dienstbücher aus dem Jahre 1905 stammen. Das stimmt schons Aber alle unsere Dienstbücher stammen, aus dem Jahre 1905, weil wir vom alten Österreich die Heeresorganisation in den Grundlagen übernommen haben, und wenn sich die Herren bei der Ausbezahlung von Reisedtäten und ähnlichen Bezügen auf solche Dienstbüchr berufen, dann dürfen sie auch nicht das Diennstbuch vom Jahre 1905 ablehnen, das für den, Dienst bei der Artillerie ausgegeben worde ist. Wissen denn die Herren nicht, wie man im alten Ösaerreich Munitionstransporte geführt hat? Wiederholt wurden Munitionstransporte geführt, aber vor jedem ist v iele Schritte vorher eine starke Militärpatrouille gegangen, die die Pässanten aufmerksam gemacht und aufgefordert hat, sich in Sicherheit zu bringen. Nie durfte ein Muniti;onstransport durch die Stadt gehen, sondern mußte um die Stadt geführt werden, durch Straßen, die am wenigsten vom Verkehr gesucht sind und zumeist sind diese Militärtransporte in den frühen Morgenstunden durchgeführt worden. Bei jeder Verladung, selbst bei der Truppe, mußte ein Offizier die Aufsicht führen und die Mannschaft wurde, bevor sie mit dem Transport begann, bevor sie auflud, aufmerksam gemcht, die Vorschriften streng einzuhalten und wurde belehrt, welche ungeheuere Gefahr ihr bei diesem Transport droht. Bei uns? Ein ungefederter Wagen führt einige 40 Kisten von Munition; dabei ist nicht festgestellt, wie dieser Wagen ausgesehen hat, man hat alle Ursache anzunehmen, daß ein gewöhnlicher Plateauvaagen gebraucht worden ist, sonst kann man sich nicht erklären, daß eine. Kiste heruntiergefallen ist Mittags, zur Zeit der stärksten Frequenz wunde der Transport geführt und mitten durch die Stadt, wo dadurch tausende und tausende Menschen in Lebensgefahr sind, Dann die eine Frage; Warum hat der Herr Minister für nationale Verteidigung uns nicht Aufschluß darüber gegeben, was die Aufsichtsoffiziere - dabei gemacht haben? Warum hat man diesen Riesentransport ohne Offizier hinausgeschickt? (Výkøiky na levici!) Darüber schweigt sich der Bericht vollständig aus, Es ist eine unerhörte Gemütsroheit - vom Koll. Ant. Novák wurde das bestätigt aß die Leichenteile mit einem Besen abgekehrt worden sind; und das Pendant dazu ist, daß man sich, wie die Blätter melden, mit den Geschädigten, mit den Opfern, mit den Geschäftsleuten und Bewohnern in der Truhláøská ulice herstellt und handelt bei der Auszahlung der Entschädigung. Es ist wohl etwas sehr Trauriges, das Traurigste ist aber unter allen Umständen, wenn das Begräbnis genau so wie hier im Hausse die Besprechung des Vorfalles zu einer Rede ausgenützt wird, die an den ödesten Hurrapatriotismus des alten Österreich anklingt, Beim Begräbnis war es der Geistliche, ich weiß nicht, welcha Charge er bekleidet, ein gewisser Medek, der erklärte, daß die Armee dazu da sei, den Staat nich nur gegen den äußeren, sondern auch gegen den inneren Feind zu schützen. (Výkøiky!) Das, was der Pfarrer am Grabe geasgt hat, deckt sich ungefähr mit den Ausführungen des Herrn Ministers für nationale Verteidigung, deckt sich mit dem, was der Begründer des Dringlichkeitsantrages hier gesagt hat. Das Wehrgesetz ist ein Produkt der Revolutionsnationalversammlung, in der man sich nicht bemüht hat, sich zu entösterreichern, Aber schon das Wehrgesetz ist nicht frei vom alten Österreich, denn wie im alten österreichischen Wehrgesetz eine Bestimmung war, daß das Heer zum? Schutze des Staates gegen den äußeren und innenen Feind da ist, so ist diese Bestimmung auch in unserem Wehrgesetz enthalten. Der innere Feind! Es scheint nachgerade, daß unsere Heeresverwaltung, daß diejenigen Personen, die hier den Ton über Organisation und Militärverwaltung angeben, nur eine Aufgabe zu haben glauben, das ist, den Staat gegen den inneren Feind zu schützen. (Výkøiky!) Die Seele unserer Heeresverwa1tung ist nicht der Herr Minister für nationale Verteidigung, der spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle, Der Diktator derjenige, der anordnet, der Faktor, der von der Öffentlichkeit viel zu wenig unter die Lupe genommen wird, das ist der Generalstab, der bis vor kurzem vollständig unter dem Diktat der französischen Militärmission gestanden ist. (Výkøiky: Auch heute noch!) Auch heute haben wir noch die französische Militärmission, man denkt nicht daran, sie aufzulösen, obwohl der Vertrag mit ihr in diesem Jahre zu Endie geht. Man hat nur eines getan. An Stelle des franzäsischen Genealstabes wurd ein èechoslovakischer General als Generalstabschef bestimmt. Es ist dies der General Syrový, sein Stellvertreter ist der in diesem Staate, insbesondere bei den èechoslovakischen Legionären, berüchtigte General Gajda, beide Männer, die durch und durch erzreaktionär sind, beide Männer mit reaktio närer Vergangenheit, Nicht wir Deutschen, sondern èechische Legionäre sind es.. (Sen. dr. Heller Der Trmal steht schon auf!).. ein èechoslovakischer..

Mistopøedseda Donát (zvoní): Volám pana øeèníka k poøádku.

Sen. Jokl (pokraèuje): Ich möchte gerne wissen, warum Sie mich zur Ordnung rufen. Der Generalstabschef...

Mistopøedseda Donát (zvoní): Upozoròuji pana øeèníka, ¾e lhùta øeènická minula.

Sen. Jokl (pokraèuje): Ach so! Der Herr Vorsitzende macht mich aufmerksam, daß meine Redezeit gerade in diesem interessanten Momente abgelaufen ist. Es bleibt mir nichfis anderes übrig, als dieses Kapitel demnöchst ausführlich zu behandeln. Ich stelle fest, das der èechoslovakische Major Kratochvíl in einem Buche "Cesta revoluce! darauf hingewiesen hat, daß Genenal Gajda in Sibirien 138 èechoslovakische Legionäre hinrichten leß, weil sie sich weigerten, in die Kotschak-Armee einzutrefien. (Hört! Hört!) Der Geist Gajdas ist es, der in der Militärverwaltung anordnet und führt, der Geist Gajdas ist es, der vorschreibt, daß die Heeresorganisation eingestellt werde auf den innern Feind. (Souhlas a potlesk na levici. )

2. Øeè sen. Friedricha:

Hoher Senat! Auch ich möchte vor allem die Beleidigung zurückweisen, die heute uns Senatoren durch ein Mitglied der Regierung angetan wurde. Es stimmt ganz sonderbar, wenn ein Mitglied der Regierüng zu sagen wagt, "für Euch genügt der Pendrek". Wir wissen, er ist der oberste, der erste Soldat, Aber mit diesen Worten macht er keine Stimmung für das Militär in der Èechoslovakei. Es h at gerade die e-ben besprohene Katastrophe die Aufmerksamkeit auf das gjnze Heereswesen gelenkt. Ich möchte da auch etwas nachholen, was bis dato nicht gesagt wurde, Wir haben so viele Worte darüber gehört: "warum ist die Expnosion entstanden, warum müssen in Prag Granaten hin und hergefahren wer den". Ich habe aber noch kein Wort über die Unglückseligen gehört, die dieser Katastrophe zum Opfer gefallen sind; ich hole es nach. Ich, für meine Person, und ich bin überzeugt und meine Kollegen werden mir beistimmen, wenn ich von dieser Stelle aus den Opfern und den Betroffenen vor allem das aufrichtigste Beileid ausspreche, daß sie durch einen solchen Akt des Mutwillens, der Schlamperei um ihr Leben gekommen sind oder an ihrer Gesundheit und ihrem Vermögen Schaden erleiden mußten. (Výkøiky na levici!)