Pøíloha k tìsnopisecké zprávì
o 237. schùzi senátu Národního shromá¾dìní republiky Èeskoslovenské
v Praze ve stø
edu dne 10. prosince 1924.1. Øeè sen. dr. Hellera:
Hohes Haus! Wieso kam es nicht nur drüben, sondern auch bei uns zu Szenen dieser Art, wie wir sie eben schaudernd miterlebt haben? Wieso ist es möglich, daß unter gesitteten Menschen die politischen und die nationalen Gegensätze so weit führen, daß es bis zu persönlichen Auseinandersetzungen kommt? Wie ist es auch möglich, daß jemand in seinem Übereifer so weit geht, (Výkøiky na, pravici. - Hluk. ) daß er imstande ist, einer Idee Handlungen zu unterschieben, die sie nie begangen hat, die eine Idee nie begehen kann? Das ist nur deshalb möglich, weil Sie durch Ihre Politik, dadurch, daß Sie jedem, der Ihrer Regierung Opposition macht, unterschieben, er sei staatsfeindlich, daß Sie in der Bevölkerung und auch innerhalb der gesetzgebenden Körperschaften selbst durch Worte, wie sie heute wieder hier der Herr Referent, durch Worte, wie sie der Herr Kollege Procházka im Budgetausschuß gebraucht hat, durch all das zeigen, das Sie immer wieder die Opposition gegen die Regierung mit irgendeinem Widerstand gegen den Staat verwechseln (Souhlas na levici. ) Nur deshalb, weil Sie jeden, der Ihnen Opposition macht, als Staatsverräter, als Hochverräter betrachten, nur so können diese Dinge entstehen. Wenn Sie diese Verfälschung der Wahrheit nicht vornehmen würden, wenn Sie ruhig zugeben würden, daß es doch auch zulässig ist, Ihrer Koalitionsregierung Opposition zu machen, ohne daß diese gleich irgendwie gegen den Staat gerichtet ist, dann könnten solche Dinge nicht geschehen. Dann wäre die ganze Atmosphäre viel ruhiger, viel gesitteter und dann könnte es nicht zu solchen Zwischenfällen kommen, wie wir sie hier miterlebt haben. (Výkøik: Ale to byla urá¾ka, pro celý národ!) Ich werde mich in Ihren Streit nicht mischen; ich glaube nicht, daß die Frage, ob Èechen und Slovaken eine Nation sind oder nicht, hier im Senat entschieden werden kann; das ist eine ethnographische, linguistische Frage, alle möglichen Faktoren spielen hier herein, aber wir werden uns bestimmt nicht in diesen Streit mischen, und Sie werden ihn nicht durch Abstimmungen, nicht durch Wortentziehungen oder Ordnungsrufe regeln, sondern es ist eine Frage, die wohl außerhalb des Hauses geregelt werden muß. (Výkøiky. ) Ich spreche ja gar nicht mehr von der Wortenziehung, sondern davon, daß die Frage, ob die Èechen und Slovaken eine Nation sind, hier in keiner Weise durch die Geschäftsordnung und durch Abstimmungen entschieden werden wird. (Výkøiky.) Nein, das können Sie nicht entscheiden. (Sen. Lisy: Dejte nám pokoj s tím pouèováním!) Ich habe nicht die Absicht, den Kollegen Lisý, den ich längst als unbelehrbar betrachte, zu belehren.
Meine Herren, gestatten Sie, daß jetzt wieder Ihrer Ansicht nach ein Hochverräter, ein Staatsverräter, ein Staatsfeind und ich weiß nicht was noch, hier spricht. Vor allem muß ich hier einer Legende entgegentreten, die sich innerhalb eines Teiles der èechischen Presse gebildet hat, daß sich nämlich zwischen den Angehörigen unserer Partei in der Frage der Beurteilung der Politik dieses Staates und der Teilnahme oder Nichtteilnahme an den Verhandlungen des Budgets irgendwelche Gegensätze gebildet haben. Ich stelle hier fest, daß sowohl der Klub der Abgeordneten und Senatoren, als auch der gesamte Parteivorstand vollständig einig in der Beurteilung dieser Fragen waren. Ich stelle gegenüber diesen Presseäußerungen, diesen Versuchen, auf diese Weise Uneinigkeit erst hervorzurufen, fest, daß von einer solchen Uneinigkeit auch nicht im entferntesten die Rede sein kann. (Souhlas stoupencù. ) Wir alle waren durch die Verhältnisse und durch die Entwicklung, welche die Politik in diesem Staate besonders im letzten Jahre genommen hat, zur Überzeugung gelangt, daß wir uns an der Verhandlung des Budgets nicht weiter beteiligen können und dürfen, wenn wir nicht unserer eigenen persönlichen Ehre zu nahe treten wollen. (Potlesk na levici. ) Unser Standpunkt wurde in hunderten und hunderten Versammlungen, die wir in den letzten drei Wochen im ganzen Staat abgehalten haben, von zehntausenden deutscher Arbeiter und Angestellter gebilligt, ohne daß innerhalb derselben sich auch nur ein einziger Widerspruch erhoben hätte. (Souhlas stoupencù. ) Und so ist die Politik, die wir hier betreiben, die Politik, die wir dem Budget gegenüber eingeschlagen haben, die Politik unserer gesamten Partei vom Ersten bis zum Letzten ohne jeden Unterschied. Alle Versuche, das Gegenteil zu behaupten, scheitern an der vollen Einmütigkeit unserer Partei in dieser Frage, die darin vollständig geschlossen, vom ersten bis zum letzten Mann, hinter ihrem Parteiführer, steht. Es ist ebenso moralisch verwerflich als sachlich unbegründet, wenn die Zeitungen versuchen, die Toten gegen die Lebenden auszuspielen, Sie werden mich verstehen, meine Herren; denn es ist uns gegenüber üblich geworden von rechts und von links; wie es gerade paßt, führt man den Toten gegen die Lebenden ins Treffen. Das ist meiner Ansicht nach sachlich vollständig unbegründet, wie wir aus zahllosen. Enunziationen des jetzt Toten nachweisen können, diese Art des Kampfes ist moralisch vollständig verwerflich. (Souhlas stoupencù. )
Meine Herren! Innerhalb der Partei herrscht ebenso vollständige Einmütigkeit in der Richtung, daß wir auch den sehnlichsten Wunsch haben, je eher je lieber mit den èechischen Arbeitern zusammen für eine Besserung der Zustände in diesem Staat zu arbeiten. Darüber herrscht in unseren Reihen ebenfalls nicht die geringste Differenz. Allerdings, daß Sie uns trotzdem in diese verschärfte Opposition gedrängt haben, ist ein Beweis dafür, daß für die deutsche Arbeiterschaft in diesem Staate die Zustände vollständig unerträglich geworden sind.. (Souhlas stoupencù. ) Meine Herren! Sie haben die Verfassung dieses Staates aufgebaut auf Unrecht und Gewalt dadurch, daß Sie die Verfassung dieses Staates errichtet haben, ohne die Hälfte der Bewohner dieses Staates mit heranzuziehen. (Souhlas na levici. ) Das war ein Unrecht, das war ein Gewaltakt, im privaten wie im öffentlichen Leben. (Výkøiky sen. Hrubého. - Nepokoj na pravici. ) Es wird sich empfehlen, daß Kollege Hrubý über Gewaltakte nicht spricht, denn gerade er ist am wenigsten dazu berufen. (Potlesk na levici. ) Allerdings hat er eine gewisse Praxis in der Hervorrufung von Gewaltakten. Meine Herren, (k pravici) Sie können nicht in Abrede stellen, daß Sie diesem Staate eine Verfassung gegeben haben, ohne die Hälfte der Bevölkerung heranzuziehen. Das ist eine Tatsache. "(Hluk na pravici. - Sen. Hrubý: Ale dali isme vám více ne¾ vám patøilo!) Schon diese Worte des Herrn Kollegen Hrubý - er hat gesagt "wir haben Euch mehr gegeben, als Euch zukommt" - beweisen, (Hluk na levici. - Smích. ) wie falsch Sie orientiert sind, wenn Sie glauben, daß Sie uns etwas geben können. Das, was in diesem Staate gilt, das,, muß zwischen den Nationen vereinbart werden, das sind keine Geschenke, die wir verlangen, sondern... (Hluk na levici a na pravici trvá. - Pøedseda zvoní. - Sen. dr. Klouda: Kde jste byli tenkráte za války?) Wo wir waren, werde ich Ihnen auch gleich beantworten. (Sen. dr. Nìmec: Kde jste byli pøed 28. øíjnem?) Als schon im November 1918 unser verstorbener Führer Seliger nach Prag kam und dort unsere Mitarbeit anbot, da wurde ihm gesagt: "Mit Rebellen verhandeln wir nicht. " Dort waren wir. (Hluk. - Sen. dr. Klouda: Kde jste byli ale za války?) Wo waren denn Sie? Die meisten von Ihnen? Vor dem 28. Oktober, da waren Sie "Raku¹áci", die allermeisten von Ihnen. (Potlesk na levici. - Hluk na pravici. -- Pøedseda zvoní. - Sen. dr. Klouda: Heller to pøece dobøe m, co jest to Raku¹ák! Pamatuji si Hellera jaký byl Raku¹ák, ani èesky nechtìl jednati u soudu! Ano, tak jste rozumìli vy raku¹áctví a teï budete chtíti o tom mluviti! Vy nemáte legitimaci mluviti, ponìvad¾ jste byl neèerno¾lutìj¹í Schilderhaus! Cynismus je to od dr. Hellera! - Hluèný rozhovor mezi pravicí a levicí. ) Reden Sie doch nicht solche Dummheiten. (Øeèník se smìje. )
Pøedseda (zvoní): Pana sen. dr. Kloudu ¾ádám o klid.
Sen. dr. Heller (pokraèuje): Ich habe nie Telegramme an den Boroevic unterschrieben, aber viele, sehr viele von Ihnen. (Hluk trvá. - Sen. dr. Klouda: Nesmí nás zde provokovati, nedáme si to líbiti. Cynismus zde nesneseme. ) Es scheint Sie sehr aufzuregen, aber es nützt nichts, die Wahrheit ist für Sie halt immer aufregend, aber ich provoziere doch nicht, das ist doch nicht wahr! (Sen. Pánek: Na¹e trpìlivost jest u konce s Nìmci!) Und wer hat, Herr Präsident eigentlich das Wort?
Pøedseda
(zvoní): Prosím o klid!(Sen. Lisy: Pùjde on pryè, nebo pùjdeme my odtud? Já se nedám urá¾eti, øíká nám
"Raku¹áci". - Sen. Niessner: Das ist doch unerhört, wir dürfen hier nicht einmal mehr ein offenes Wort sprechen! - Was ist das für eine Art? Legt Euch kalte Umschläge auf den Kopf! - Hluk trvá. )Pøedseda
(zvoní): Prosím o klid!(Sen. Niessner: Ihr vertragt ja gar nicht mehr ein, offenes Wort! Ihr schreib ja die Opposition nieder, was ist das für ein Parlament? - Hluk. )
Pøedseda
(zvoní): Prosím pana øeèníka, aby pokraèoval. (Hluk trvá. )Pøedseda
(zvoní): Prosím pana senátora, aby pokraèoval.Sen. dr. Heller (pokraèuje): Hohes Haus! Die Herren haben sich hier ganz überflüssiger Weise aufgerecht. Ich habe nichts anderes gesagt, als daß unter Ihnen Raku¹áci waren. (Hluk na pravici. ) Ich habe von der gesamten Koalition gesprochen. Und da werden die Herren, die mir jetzt hier entgegentreten, für jeden aus der Koalition die Hand ins Feuer legen? Werden Sie für Herrn Stanìk... (Sen. dr. Nìmec: Vy máte nejmen¹í právo mluviti o raku¹áctví! - Sen. Niessner: Jaké právo míníte vy?) Bitte, ich darf darüber reden, ich kann reden, was ich will, ich habe dasselbe Recht dazu wie Sie. Da hört sich denn doch alles auf. (Hluk. ) Sie werden mir dieses Recht nicht bestreiten, das wäre noch schöner und werden Sie gerade, Sie, die Sie hier so aufgeregt sind, werden Sie nicht zugeben, daß es unter Ihren Koalitionsgenossen von der Lidová strana sehr viele gegeben hat, die sehr gute "Raku¹áci" waren? Werden Sie das in Abrede stellen, haben Sie den Mut dazu? Sie sehen, mehr habe ich nicht gesaigt. (Sen. dr. Krouský: Kdybyste negeneralisoval, nebyl by zde rámus!)
Pøedseda
(zvoní): Prosím, pane sen. dr. Krouský, nevyru¹ujte øeèníka.Sen. dr. Heller (pokraèuje): Mehr habe ich nicht gesagt, schauen Sie doch nach. Ich habe gesagt: "Unter Ihnen gibt es... (Hluk. )
Pøedseda
: ¾ádám pana øeèníka, aby pokraèoval.Sen. dr. Heller (pokraèuje): Aber ich habe doch keine Ruhe dazu. Sie sehen daraus, wie ganz überflüssig Ihre Aufregung war und daß das eben wieder nur aus dieser künstlich aufgepeitschten und aufgeregten Atmosphäre heraus ist, daß Sie in jedem Wort gleich irgendeine Beleidigung erblicken, während es unser einem gar nicht einfällt, Sie irgendwie beleidigen zu wollen. (Výkøiky na pravici. ) Davon, was ich gesagt habe, werden Sie mir nichts abstreiten können, Sie haben uns den Vorwurf gemacht, daß wir gar keine Veranlassung haben, gegenüber dem Budget eine andere Politik einzuschlagen, daß wir in Bezug auf das Budget gerade so behandelt werden wie in anderen Staaten; ich habe das in verschiedenen èechischen Zeitungen gelesen. Das kann nur, jemand schreiben, der die Verhandlungen über das Budget in anderen Staaten einfach nicht kennt. Wenn Sie sich erinnern, wie oft etwa im französischen Parlamente u. zw. sowohl in der Deputiertenkammer wie im Senate Änderungen am Budget vorgenommen wurden - über Vorschlag der Opposition - wie oft im französischen Parlament das Budget von der Deputiertenkammer in den Senat und wieder zurück aus dem Senat in die Deputiertenkammer wanderte, werden Sie wissen, daß es dort nicht so ist wie bei uns. Wenn Sie sich erinnern, wie etwa das Budget in England behandelt wird, werden Sie wissen, daß dort Anregungen der Opposition sehr ernst genommen werden und daß man nicht von vornherein erklärt: "Ihr dürft nur reden", das war das letzte Recht bisher, es scheint, daß Sie uns dieses Recht auch noch nehmen wollen... (Souhlas a potlesk na levici. )... während Sie jeden Antrag, den wir stellen, von vornherein ablehnen. (Výkøiky na, levici. )
Pøedseda (zvoní): Prosím o klid.
Sen. dr. Heller (pokraèuje): Und schließlich, war das so im Deutschen Reichstag? Erinnern Sie sich an die Debatten dortselbst vor und nach dem Kriege, wo immer Änderungen am Budget über Antrag der Oppositionsparteien mit wechselnden Mehrheiten angenommen wurden, wo es das alles, diese enge Verquickung, gar nicht gab, wo das Budget sachlich behandelt wurde, in Deutschland wie in England und in Frankreich und in allen konstitutionell und parlamentarisch regierten Staaten. Nur hier nicht. Das ist der Unterschied zwischen der Behandlung der Opposition in diesem Staate und der Opposition in anderen Staaten. (Sen. dr. Krouský: My jsme pøijali pøi projednávání rozpoètu celou øadu va¹ich resoluci! - Smích na levici. ) Wirklich? Wir sind beglückt! Sie haben ein paar Resolutionen von uns angenommen, die dann in den Papierkorb gewandert sind, die nie wieder das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben! Wirklich, wir sind ganz geknickt von dieser Gnade, die Sie uns da bewiesen haben! (Sen. dr. Krouský: Tak proè jste je navrhovali, kdy¾ jste nechtìli, aby se pøijímaly! Kdy¾ se chováte takhle provokativnì, pak se nedivte, ¾e tak jednáme!) Erzählen Sie uns doch nicht von provokativem Verhalten! Sie provozieren durch ihre ganze Politik, dadurch daß Sie in diesem Staate die Herrschaft einer Mehrheit errichtet haben - aber nein, Sie herrschen ja gar nicht - daß Sie die Herrschaft von fünf Menschen über den ganzen Staat aufgerichtet haben. Damit provozieren Sie die ganze Bevölkerung; und deshalb erzählen Sie nichts von Provokationen! Drapieren Sie sich nicht mit der Demokratie, von der seit der Errichtung der Pìtka in diesem Staate keine Spur übrig geblieben ist. (Souhlas a potlesk na levici.) Drapieren Sie sich nicht mit Dingen, die Sie nicht kennen. (Hluk na pravici.) Sie alle hätten Ursache, zu kritisieren, und unter vier Augen tun Sie es auch, Sie sind gegen das System, aber in der Öffentlichkeit trauen Sie sich nicht, weil Sie von diesem System genau so unterdrückt werden wie wir, vielleicht nicht genau so, aber ähnlich und ganz besonders Sie hier im Senate! Sie spielen doch die traurigste Rolle! (Souhlas a potlesk na levici.) Ich denke, Sie wollen anders sein als in Österreich. Oder wollen Sie gerade so sein? (Sen. Holý: Tak si vezmeme Habsburka anebo nìjakého ¾ida za krále, pak bude pan Heller spokojen!) Erzählen Sie doch nicht solche Sachen! Was wollen Sie denn? Ich werde sehr zufrieden sein, wenn Sie in diesem Staate eine wirkliche Demokratie einführen, in diesem Staate, so wie er ist. Dann werde ich sehr zufrieden sein. Aber, meine Herren! Als ich gestern in der Obmännerkonferenz nur die Anfrage stellte, wann die Beamtenvorlagen kommen, wielange wir beisammenbleiben, was geschehen wird, mußten Sie mir alle eingestehen - alle! - Sie wüßten es nicht, darüber werde anderswo beschlossen werden, ob wir bis knapp vor Weihnachten sitzen oder nicht. Darüber entscheiden Sie nicht, darüber entscheidet nicht einmal (obrácen k pøedsedovi) der Herr Präsident, darüber entscheiden andere Faktoren. Und ist es denn nicht unerhört, daß heute die Öffentlichkeit noch nicht den Inhalt der Beamtenvorlagen kennt, die morgen dem Abgeordnetenhause vorgelegt und übermorgen dort durchgepeischt werden sollen? (Hluk na levici "Pfuj"!) Ist das Demokratie? Was heißt denn Demokratie? Demokratie heißt Teilnahme des Volkes an der Regierung. Glauben Sie, die erschöpfe sich darin, daß man einmal in sechs Jahren das Volk zur Wahlurne schickt und dann macht, was man will? Demokratie erschöpft sich nur darin, daß man stündlich und täglich an Gesetzgebung und Verwaltung das Volk teilnehmen läßt. Sie schließen aber das Volk aus, Sie schließen aber auch die Vertreter des Volkes aus und über Sie herrschen unumschränkt und unverantwortlich fünf Manner in diesem Staate. (Výkøik: To je nesmysl!) Da wollen Sie, daß wir hier von Demokratie sprechen? Da nehmen Sie immer das für uns so heilige Wort "Demokratie" in den Mund? Es ist zum Lachen! Und solange Sie sich nicht selbst da Ordnung schaffen werden, solange haben Sie eben das Recht verwirkt, von Demokratie in diesem Staate zu sprechen. (Souhlas na levici. ) Aus mir spricht keiner, der provozieren will, keiner, der wünscht, daß es so bleibt; aus mir spricht jemand, der aus tiefstem Herzen bedauert, daß es so gekommen ist. Aus mir spricht jemand, der geglaubt hat, daß dieser Staat, der am 14. Oktober 1918 als sozialer Staat errichtet werden sollte, aufgebaut sein wird... (Výkøik sen. Hrubého. ) Ja, dem Herrn Hrubý wäre das nicht recht gewesen, daß dieser Staat aufgebaut sein sollte, auf der Zusammenarbeit der arbeitenden Klasse aller Nationen dieses Staates. Dadurch, daß Sie uns von dieser Zusammenarbeit vom ersten Tage an ausgeschlossen haben, dadurch, daß Sie dieses Unrecht gesetzt haben, mußte immer wieder neues Unrecht geschehen. Denn Unrecht kann sich nur mit Unrecht erhalten. Darum ist es soweit gekommen, daß schließlich nicht nur wir, sondern auch Sie von der Regierung in diesem Staate ausgeschlossen wurden und eine Oligarchie anstelle der Demokratie getreten ist. (Sen. Holý: Jakou vy byste byli stvoøili, to bych rád vìdìl!) Wie wir gewesen wären, ist ganz nebensächlich, hier wissen wir, wie Sie waren und sind. Sehen Sie, was haben Sie mit unserer Schule gemacht? 2500 Schulklassen haben Sie seit Beginn Ihres Staats gesperrt. (Sen. Hrubý: Jaký je prùmìr u nás ve ¹kolách? Já vám to tøeba povím!) Mehr als 100 Schulen haben Sie uns gesperrt. Sie begreifen ja gar nicht, was die Volksschule für uns bedeutet. (Sen. Hrubý: Statistika mluví! ¾e takové nepravdy tady mù¾ete ¹íøiti, to jest nezmìrné! To je jen u nás mo¾né! Vy máte je¹tì vìt¹í procento! - Sen. Lisý: Máte více ¹kol, ne¾ vám patøí! - Hluk - Sen. Polach: To jsou statistické l¾i!) Daß Herr Hrubý so spricht, wundert mich nicht. Daß aber Kollege Lisý, der Sozialist ist, sagt: "Ihr habt mehr Schulen als Euch gebührt!", das wundert mich, weil ich glaube... (Hluk. - Sen. Lisý: My máme nìkomu pro 5 nebo 10 dìtí vydr¾ovati ¹kolu!) Wir verlangen das gar nicht, geben Sie uns unsere Schulautonomie und wir werden uns unsere Schulen selbst erhalten. (Souhlas a potlesk na levici. ) Wir wollen gar nicht, daß Sie uns unsere Schulen erhalten. Wir sind bereit, uns unsere Schulen selbst zu erhalten. Dieses Argument fällt vollständig ins Wasser. Ich wundere mich, daß ein Sozialist überhaupt davon sprechen kann, daß es zu viele Schulen gibt. (Sen. Lisý: Ano, vy máte podle pomìru moc ¹kol!) Das ist gar nicht das Maßgebende. Dann errichten Sie sich Schulen, soviel Sie wollen und stellen Sie das Verhältnis her. Im übrigen ist nicht einmal mehr wahr was Sie sagen. (Sen. dr. Klouda: Za koho to mluvíte?) Für wen? Für die Kinder der Arbeiter rede ich, Herr Kollege, das verstehen Sie nicht; Sie verstehen nicht, daß wir für die Volksschule reden, nicht wahr, dafür haben Sie kein Empfinden, daß die Volksschule die einzige ist, die die Kinder der Arbeiter besuchen, daß der Schulbesuch der Arbeiterkinder bei der Volksschule aufhört. Und deshalb spreche ich dafür, daß genug Schulen und Schulklassen für die Arbeiterkinder bestehen. Das verstehen Sie nicht. (Výkøiky sen. Lisého. ) Unterschieben Sie mir nicht wiederum andere Gründe. (Hluk na pravici a na levici. - Rùzné výkøiky sen. Lisého.)
Pøedseda
(zvoní): Prosím o klid.Sen. dr. Heller (pokraèuje): Was hätte ich denn sonst mit den Schulen zu tun, was geht es mich sonst an? Aber die Volksschule ist die einzige Kulturstätte der Arbeiter und deren Kinder, verstehen Sie das nicht? Und deshalb empfinden wir gerade die Drosselung dieser Schulen so schwer. (Sen. dr. Klouda: O tom, mù¾eme mluviti my! Zbyteèné ¹koly se zavírají!) Es gibt keine überflüssigen Schulen! (Sen. Niessner: Ist es eine èechische oder deutsche Angelegenheit, deutsche Schulen zu bauen?- Hluk. - Pøedseda zvoní. - Hlas: Za koho mluvíte, pane senátore Niessnere?- Sen. Niessner: Za nìmecké dìlnictvo!- Hluk trvá. )
Pøedseda
(zvoní): Prosím o klid. (Výkøiky na levici. )Sen. dr. Heller (pokraèuje): Sie sagen uns, Sie hätten Schulen gesperrt, in denen vier bis fünf Kinder waren. Ich kann Ihnen nachweisen, daß Sie Minderheitsschulen errichtet haben, in denen ein èechisches Kind ist. Ein èechisches Kind war in Nebosedl im Bezirke Luditz, ich werde darauf noch zurückkommen (Hluk trvá. ), und es gibt Schulen, wo drei und vier èechische Kinder sind, aber uns sperren Sie Schulen, in denen zwanzig deutsche Kindersaßen. (Hlas: Za koho mluvíte?) Mich wundert die Frage, für wen ich rede. Für niemanden anderen selbstverständlich, als für die Kinder der deutschen Arbeiter und für die Lehrer, welche stellungslos werden. (Sen. dr. Klouda: Jsem zvìdav, kdo to bude vydr¾ovat! Proto jsem se ptal za koho mluvíte! Vy to poøád nechápete! - Sen. Niessner: Das deutsche Volk!- Hluk na pravici a na levici. ) Meine Herren, es wundert mich sehr, daß gerade die Angehörigen jener Partei hier so auftreten, deren ein Führer, der Herr Außenminister, vor kurzen gesagt hat, daß die Politik dieses Staates seiner Ansicht nach zu weit nach rechts gedrängt sei. Ihnen scheint sie noch immer nicht weit genug rechts zu sein. (Potlesk na levici. - Sen. Holý: My zaèneme se stranami, pak budeme vidìt, jak vy jste to dìlali!) Herr Kollege, Sie leiden anscheinend an einer Vergangenheitsmanie. Sie leben immer in der Vergangenheit! Versuchen Sie einmal in das Jahr 1924 zu kommen! Sie 'leben immerfort im Jahre 1914! (Potlesk na levici. - Sen. Holý: Vy mluvíte také stále za ty 'Nìmce!) Nein, ich rede von der Gegenwart, daß Sie uns Schulen wegnehmen, daß Sie die Demokratie umbringen, von all dem rede ich und das vertragen Sie nicht. (Hluk na pravici a na levici. - Sen. Hrubý: U nás køièíte, v Tyrolsku, tam jsou docela klidni!) Gewiss, der Herr Kollege Hrubý ist der Apostel der Wahrheit, er sagt uns, wie es war, der Mann, der die verkleideten Kinder auf den Wenzelsplatz geführt und hier Krawalle inszeniert hat. (Hluk na pravici, souhlas na levici. ) Und wie springen Sie mit unseren Universitäten um? (Hluk. ) Die Ausgaben für die èechischen Hochschulen.... (Výkøiky sen. Hartla. )